Lebens­hilfe Wetzlar-Weilburg e.V.

Stand­orte: Floren­tine und Dilltalwerkstatt

Betriebsart: Eigen­regie mit Cook & Serve- sowie Cook & Hold-Produktionssystem

Anzahl ausge­ge­bener Essen: Insge­samt ca. 750 Essen/Tag, hiervon werden ca. 200 Essen an den eigenen Stand­orten ausge­geben und ca. 550 Essen in Kita’s sowie an ein Senio­ren­heim und ein Wohnheim ausgeliefert

Das Team: 2 Küchen­leiter, 3 Köche, 12 Menschen mit Behinderung

Die Einrich­tung

Die Lebens­hilfe Wetzlar ist ein gemein­nüt­ziger Verein, der Menschen mit Behin­de­rung in unter­schied­li­chen Lebens­be­rei­chen unter­stützt und ihnen Teilhabe am gesell­schaft­li­chen Leben ermög­licht. Ein wichtiger Arbeits­be­reich des Vereins ist die Verpfle­gungs­ein­rich­tung, die aus zwei Küchen­stand­orten besteht – der Dilltal-Werkstatt und der Florentine.
An beiden Stand­orten werden täglich die Bewoh­ne­rinnen und Bewohner sowie die Mitar­bei­tenden der Einrich­tungen mit frisch zuberei­teten Mahlzeiten versorgt. Darüber hinaus belie­fern die Küchen auch Kinder­ta­ges­stätten und andere externe Einrich­tungen mit warmem Mittagessen.

Die Küchen­teams bestehen je Standort aus einem Stand­ort­leiter, ein bis zwei Köchen und einigen Menschen mit Behin­de­rung aus den Werkstätten. Letztere übernehmen je nach Fähig­keit und Inter­esse verschie­dene Tätig­keiten im Küchen- und Service­be­reich. In den Küchen wird täglich frisch gekocht und vor Ort ausge­geben bzw. heiß an die externen Stand­orte ausgeliefert.

Der Beratungs­pro­zess

Nach gemein­samen Erstge­sprä­chen in beiden Stand­orten wurden die folgenden Themen im Rahmen der Beratungen bearbeitet:
Ein zentraler Schwer­punkt der Beratungen lag in der Suche nach geeig­neten Liefe­ranten, um den Anteil an biolo­gisch erzeugten und regio­nalen Produkten weiter zu erhöhen. Dadurch sollen kurze Liefer­wege, eine höhere Produkt­qua­lität sowie eine nachhal­ti­gere Beschaf­fung gewähr­leistet werden.

Darüber hinaus wurde die Auswei­tung des vegeta­ri­schen bzw. fleisch­re­du­zierten Angebots angestrebt. Beson­ders im Bereich der Kitaver­pfle­gung sollten mehr abwechs­lungs­reiche, kindge­rechte und fleisch­lose Gerichte angeboten werden, um eine ausge­wo­gene Ernäh­rung zu fördern. Ergän­zend sollten neue Gerichte mit standar­di­sierten Rezep­turen entwi­ckelt und der Speise­plan insge­samt um gesunde und kindge­rechte Speisen erwei­tert werden.

Im Rahmen des Zusatz­pa­kets wurden verschie­dene Änderungs- und Optimie­rungs­po­ten­ziale identi­fi­ziert. Dazu gehörte die Auswer­tung des Speise­plans im Hinblick auf den Anteil biolo­gi­scher und saiso­naler Produkte sowie die Einhal­tung der DGE-Standards und die kindge­rechte Gestal­tung der Verpfle­gung. Hierzu wurden u. a. Möglich­keiten zur Kommu­ni­ka­tion mit den „kleinen Gästen“ aufge­zeigt. Ergän­zend wurden auch schonende Garme­thoden im Rahmen der Beratungen thema­ti­siert, wodurch wichtige Nährstoffe erhalten und so Nährstoff­ver­luste vermieden werden können.
Auch das Thema des ressour­cen­scho­nenden Arbei­tens war Teil der Beratung: An beiden Stand­orten wurde die Energie­ef­fi­zienz in den Küchen thema­ti­siert und Maßnahmen zur Reduk­tion des Energie­ver­brauchs erarbeitet. In einer Abfall­mes­sung konnten mögliche Entste­hungs­quellen identi­fi­ziert werden, Gegen­maß­nahmen entworfen (z. B. optimierte Mengen­pla­nungen) und die sinnvolle Nutzung von Resten aufge­zeigt werden.

Am Standort Floren­tine wurde zudem die Einfüh­rung eines Kommu­ni­ka­ti­ons­hand­buchs geplant, welches durch klare Leitli­nien die interne und externe Kommu­ni­ka­tion verbes­sern soll. Hierdurch soll u. a. das wichtige Feedback der Ausga­be­kräfte in den Küchen berück­sich­tigt werden können.

Die Einrich­tung strebt an, die im Rahmen der bishe­rigen Maßnahmen gewon­nenen Erkennt­nisse und Erfah­rungen weiter zu verin­ner­li­chen und dauer­haft in den Arbeits­alltag zu integrieren. Ziel ist es, die erreichten Quali­täts­stan­dards langfristig zu sichern und das bestehende Verpfle­gungs­an­gebot konti­nu­ier­lich auszu­bauen. Dabei soll der Fokus weiterhin auf Nachhal­tig­keit, Regio­na­lität und einer gesund­heits­be­wussten Ernäh­rung liegen.

Im Zuge der Weiter­ent­wick­lung wurde außerdem die Idee entwi­ckelt, an beiden Stand­orten eigene Bio-Nudeln herzu­stellen. Durch die Eigen­pro­duk­tion könnten nicht nur Trans­port­wege reduziert, sondern auch die Qualität und Herkunft der verwen­deten Rohstoffe besser kontrol­liert werden. Gleich­zeitig würde die Herstel­lung eigener Produkte das Bewusst­sein für nachhal­tige Lebens­mit­tel­ver­ar­bei­tung inner­halb des Teams stärken und einen zusätz­li­chen pädago­gi­schen Mehrwert für die Kinder bieten.

Das letzte Wort…

„Die Beratung durch Herr Nettlen­busch war präzise, praxisnah und gut struk­tu­riert. Beson­ders hilfreich waren die klaren Handlungs­emp­feh­lungen und die direkten Beispiele für die Optimie­rung unserer Küchen­ab­läufe. Vielen Dank für die kompe­tente Unter­stüt­zung.“
Ruben Rohletter, Küchen­leiter Standort Florentine

Lebens­hilfe Wetzlar-Weilburg e.V.